Chronik des Männergesangvereins:

 

         M.G.V. >Eintracht< Frönsberg 1875

 

Im November des Jahres 1875 fanden sich einige Männer der Gemeinde Frönsberg zusammen, um den Gesang zu pflegen.Ein angestrebtes Vereinsleben war durch die weitverzweigten Liegenschaften der ehemaligen Gemeinde Frönsberg mit den damalig drei größten Ortsteilen Frönsberg, Heppingsen und Stephanopel speziell auch durch den Höhenunterschied von ca. 300m ungemein erschwert. Trotzdem gründeten sie den Männergesangverein ´Eintracht Frönsberg´. Weil die damalige alte Schule für Gesangstunden zu klein war wurde im Mittelpunkt der Gemeinde, am Schmittenufer, der Treffpunkt vereinbart. Der erste Dirigent und Vorsitzende war ´Herr´Lehrer Käbbe, der lange Jahre zum Segen der Gemeinde und des Vereins wirkte. Später wurden die Übungsstunden in die im Jahre 1875 erbaute Schule zu Ispei (der heutigen alten Schule) verlegt. Bis zum Jahre 1894 zeigte sich  stets  der Dirigent gleichzeitig als Vorsitzender. 

Im Jahre 1894 übernahm Carl Geck den Vorsitz und Lehrer Böckmann den Dirigentenstab. Seit dieser Zeit besuchte der Verein mit gutem Erfolg verschiedene Gesangs­wettstreite. Das 25 jährige Bestehen wurde 1900 gefeiert. Mit dem Fortgang des Lehrers Böckmann ruhten die Übungs­stunden ab 1912 und wurden 1913, nach Wahl des neuen Diri­genten Ernst Westhelle, wieder aufgenommen. Zum Vereinslokal wurde der »Winterhof« bestimmt. Die günstige Entwicklung des Vereines unter der Leitung von Ernst Westhelle wurde bald durch den Ausbruch des 1. Weltkrieges unterbrochen. Erst im April 1919 wurde die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen. Schon auf der Generalversammlung des Jahres 1920 konnte der Verein auf die stattliche Zahl von 33 Sängern verweisen. Dies war die höchste Anzahl seit Bestehen des Vereines. In allen Jahren wurde fleißig geprobt, so dass der Bekanntheitsgrad schon bald über die Grenzen der Gemeinde Frönsberg hinaus stieg.

Das 50 jährige Jubiläum wurde im Juni 1925 gefeiert. 14 Gastvereine nahmen daran teil. Zur Beförderung der Besucher richtete die Kreisbahn einen Autobusverkehr ein. Zuvor mussten die Sangesbrüder aber die Straße von Fabrik Höppe bis zur Festwiese in Ispei ausbessern. 1928 wurde »Huck« (später Frönsberger Hof) auf Frönsberg zum Vereinslokal bestimmt.

Im Mai 1930 verstarb der langjährige Dirigent Herr Ernst Westhelle, der 17 Jahre lang den Chor geleitet hatte und sich durch sein persönliches Wesen große Wertschätzung erwor­ben hatte. Auf Wunsch des Verstorbenen wurde sein Bruder, Musikdirektor Walter Westhelle, mit der Leitung des Chores betraut und leistete vorbildliche Chorarbeit. Unter dem Druck der wirtschaftlichen Lage hatte auch der Verein zu leiden. Wegen Arbeitslosigkeit und aus finanziellen Gründen konn­ten die Gesangsstunden nur noch alle 14 Tage stattfinden. Trotz dieser Hindernisse wurde in 1933 ein Gesangswettstreit in Altena besucht und haushoch gewonnen.

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges erzwang erneut die Ein­stellung der Sangestätigkeit. Die errungenen Pokale und Me­daillen wurden ein Opfer der Kriegsmaschinerie. Im Herbst 1945 begannen die ersten Anstrengungen, dem Verein wie­der Leben einzuhauchen, weil auch das Interesse bei einer großen Zahl junger Männer vorhanden war. Die Proben wur­den Anfang 1946 unter der Chorleitung von Ernst von der Heyden und 30 Sängern wieder aufgenommen. Ein Jahr später zählte man bereits über 40 Sänger. Die Chorleitung wurde wieder von Walter Westhelle übernommen. Neben der ei­gentlichen Singetätigkeit entwickelte sich ein ausgeprägtes Vereinsleben in Form von gemeinsamen Ausflügen, Theateraufführungen und es wurde alles das geleistet, was Kul­turarbeit verlangte. So war der MGV „Eintracht" Frönsberg ein ausgeprägter, integrierter Bestandteil in der Gemeinde Frönsberg. Die Sängerzahl stieg 1949 auf 45.

Im Juli 1950 fand das Fest zum 75 jährigen Jubiläum auf der Festwiese in Ispei unter der Teilnahme von 17 Gastvereinen statt. Die Kreisbahn beförderte weit über 1000 Menschen das Stephanopeler Tal hinauf und es herrschte ein Trubel wie nie zuvor.

In den folgenden Jahren sank das Interesse am Chorgesang deutlich. Trotz umfang­reicher Bemühungen des Vorstandes reduzierte sich die Zahl der Sänger bis Ende der 50er Jahre auf etwas über 20. Den­noch war der Zusammenhalt eng und gekennzeichnet von gesanglichen Aktivitäten und Pflege der Vereinsgemeinschaft in Form von gemeinsamen Ausflügen, Besuchen beim Thea­ter und vereinsinternen Feierlichkeiten. Erst 1961 stieg das Interesse erneut. 1964 erfolgte der erste größere öffentliche Auftritt, abseits von Freundschaftssingen, im Saalbau von Hemer anlässlich des 50jährigen Berufsjubiläums von Wal­ter Westhelle. Im März 1966 erkrankte dieser so schwer, dass an der Weiterführung seiner Tätigkeit kaum zu denken war. Nach über 35 Jahren wurde die Chorleitung in die jüngeren Hände von Hugo Brinkmann gelegt, der im April 1966 seinen Dienst aufnahm und in seiner Laufbahn später Vize-Kreis-Chorleiter wurde.

Im Oktober 1970 nahm der Chor einmal wieder an einem Gesangswettstreit, dieses mal in Garbeck teil und gewann diesen mit überragendem Ergebnis. Ende 1974 schloss der »Frönsberger Hof« seine Pforten und die Übungsstunden wurden wieder in die Alte Schule nach Ispei verlegt. So schloss sich nach fast 100 Jahren der Kreis. Das 100jährige Beste­hen wurde im Jahre 1975 gebührend gefeiert mit einem Fest­akt im »Winterhof« und einem Freundschaftssingen an dem 26 Vereine mit rund 750 Sängern teilnahmen. Diese große Teilnahme erreichte kaum, einer der Gesangvereine in der näheren Umgebung. Zu diesem Jubiläum wurde dem MGV »Eintracht« Frönsberg durch den Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Zelterplakette verliehen. Dies ist die höchste Auszeichnung die ein Gesangverein für sein kul­turelles Wirken erhalten kann. Nach dem Fest konnten eini­ge neue Mitglieder in den Reihen der Sänger begrüßt wer­den und in den Folgejahren stabilisierte sich die Sängerzahl weiter, so dass die Beteiligung an Freundschaftssingen, Kon­zerten des Stadtverbandes und anderer Veranstalter kein Pro­blem darstellten. Fest etablierte sich, neben den anderen vereinsinternen Veranstaltungen, die alle 2 Jahre stattfinden­den Mehrtagesfahrten ins In- und Ausland, auf die alle Be­teiligten gerne zurückschauen und die bis zuletzt durchgeführt werden.

1988 stieg die Sängerzahl durch Eintritte jüngerer Männer weiter auf über 30 an. Es folgten Auftritte zu den Hemeraner Herbsttagen, zu Konzerten im Saalbau Letmathe bis hin zur Bundesgartenschau im Westfalenpark in Dortmund. Im Jah­re 1992 wurde der Übungssaal in der alten Schule unter Be­teiligung der örtlichen Vereine gemeinsam neu gestaltet und gab nun ein feineres Ambiente für Feierlichkeiten und die Übungsstunden. Die Satzung des Vereines wurde 1993 zeit­gemäß umgestaltet und einstimmig beschlossen. Mit steigen­der Sängerzahl stieg auch die Anzahl der öffentlichen Auf­tritte von Jahr zu Jahr. Diese gipfelten mit 11 im Jahre 1997.

Das Jahr 1998 verlief in gewohnter Atmosphäre mit vielen freundschaftlichen Auftritten und traditionellen Festen. Neue Vereinsjacken und Krawatten trugen dazu bei, die Stimmgewalt optisch zu untermalen. Leider wurde auch dieses Jahr wieder durch Ableben von Gesangsbrüdern getrübt. Mit Beschluß der Jahreshauptversammlung vom 08.01.1999, soll die Vereinsbuchführung ab dem Jahr 1999 auf Datenträgern erfolgen.

Für das Ende des Jahrtausends kündigte der Chorleiter Hugo Brinkmann sein Ausscheiden aus dem Amt an. Der Chor wählte sich Frau Viktoria Krawziw als neue Chorleitung. Frau Krawziw, die Chormusik studiert hat, übernahm ihre Aufga­be im Oktober 1999 und hat die mit ihr verbundenen Erwar­tungen mehr als erfüllt. Bei einer Feierstunde im »Winter­hof« im Dezember 1999 wurde Herr Hugo Brinkmann offi­ziell, nach über 33 Jahren als Dirigent unseres Chores und unzähligen Erfolgen und Auftritten mit dem Chor, aus sei­nem Amt verabschiedet.

Im Jahr 2000 wurde anläßlich der 125-jährigen Jubiläumsfeier ein großes Fest vom 16. bis zum 18. Juni ausgerichtet. Insgesamt beteiligten sich 23 Chöre mit rund 650 Sängerinnen und Sängern. Der MGV »Eintracht« Frönsberg zählte zu dieser Zeit 35 Sänger und 35 fördern­de Mitglieder.

Die Folgejahre zeigten sich bei fehlendem Nachwuchs nachdenklich. Es stand die

Frage im Raum: " Welcher alternative Weg bietet sich in heutiger Zeit, um mit der Tradition nicht brechen zu müssen?" 

Link zu den letzten Jahreschroniken
Jahr Bericht von
2009 Jochen Lippross
2010 Jochen Lippross
2011 Jochen Lippross